Biodiversität: Zu Besuch auf dem Quellenhof in Mättenbach

Bauernhof Landschaft

Seit 35 Jahren ein Knospe-Betrieb mit vielfältiger Biodiversität

Zwischen Langenthal und Huttwil im Berner Mittelland liegt die Gemeinde Madiswil. Ein Wanderweg führt von dort in den Weiler Mättenbach, der von prachtvollen alten Bauernhäusern und waldigen, hügeligen Landschaften gezeichnet ist. Simone und Vincent Delleys gepachteter Bauernhof ist ein–Bio-Pionierbetrieb: Seit 35 Jahren trägt er die Knospe von Bio Suisse, wie auch das Label Demeter. Das junge Ehepaar übernimmt den biodynamisch geführten Betrieb im Jahr 2008 und führt die 13 Hektar aus Überzeugung bio-dynamisch weiter.

Neben silofreier Milch produziert die Familie Delley vor allem Fleisch und Getreide. Der Dinkel wird in Noflen BE verarbeitet und liefert Getreide für Brot und Stroh für die Tiere. Die Kartoffeln der Sorten Charlotte, Agria und Desirée werden teilweise an Kunden verkauft, dienen aber zu einem grösseren Teil als Winterfutter für Eber und Kühe. Auf demselben Acker wird auf 20 Aren Mais als Futtermittel angebaut. Ab dem Anzeichen der Kartoffeln wird mit dem Pferd gepflügt. „Wir legen grossen Wert auf bodenschonenden Ackerbau“, so Simone Delley.

Weide

In den Richtlinien von Bio Suisse ist die Umsetzung von Biodiversitätsmassnahmen vorgeschrieben. Im Juli erhalten alle Knospe-Bauern von Bio Suisse ein Biodiversitäts-Handbuch mit relevanten Informationen zur optimalen Umsetzung, denn je nach geographischer Lage unterscheiden sich die Möglichkeiten. Der fruchtbare Boden im Schweizer Mittelland eignet sich für den Ackerbau. Weniger für das pflegen biodiversitätsreicher extensiver Wiesenflächen, wie in den alpennahen Berggebieten. Bei den Delleys werden wenige Wiesenteile extensiv genutzt. Um auf diesen Flächen möglichst viel Vielfalt zu erhalten, hat das junge Ehepaar Flockeblumen gesät, die viele Hummeln und Bienen anlocken.

Weide mit Blume

Die Familie Delleys hat zwischen den Feldern Hecken wachsen lassen, die von zahlreichen Tieren aufgesucht werden und zur Vernetzung der einzelnen Biodiversitätsförderflächen dienen. „Wir schneiden die Hecken auf eine bestimmte Höhe und können so seltene Vogelarten anlocken. Letztens war der Zaunkönig zu Besuch, der gehört zu den kleinsten Vögeln.“ Die kleinen Federknäuel können wie Mäuse durch bodennahes Gestrüpp huschen und auf der Jagd nach Insekten die verstecktesten Winkel absuchen.

„Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit dem Wildhüter. Bevor wir das hohe Gras schneiden, kommt der Wildhüter und läuft mit seinem Hund durch die Wiesen. So werden die Rehe gewarnt, die darin oft ihre schutzlosen Rehkitze versteckt haben. So können die Tiere ihre Jungen rechtzeitig anderorts verstecken und vor den Schnittmaschinen schützen.“

Auch der Waldrand wird sorgfältig gepflegt. Jungbäume und Sträucher

Weide am Waldrand

Die prachtvollen Kirschen-Hochstammbäume verschönern nicht nur das Landschaftsbild, sondern sind auch Lebensraum und Nahrung für viele Vögel und Insekten. Beim Schneiden der Bäume ergeben die Äste zusammen mit dem Laub, das im Herbst von den Bäumen fällt, ein vorzügliches Winterversteck für Igel, Blindschleichen und andere Nützlinge. Das übrige Holz kann auch für Wildbienenhotels oder als Brennholz verwendet werden.

Kirschen-Hochstammbäume

Eine ganz simple Strategie, um verschiedene Vogelsorten anzulocken, ist das Montieren und Pflegen von Nistkästen.

Nistkästen

Eine wertvolle Hinterlassenschaft des vorherigen Hofbesitzers ist das Biotop am Fusse des Quellenhofs, das Lebensraum für Silberreiher und Forellen bietet. „Ich schätze an Biodiversität die vielen Überraschungen, die man erlebt, die vielen Tiere, die aufkreuzen und das natürliche und schöne Landschaftsbild“, sagt Simone Delley.

Simone Delley vor dem Biotop.






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