Chez Bio Suisse: Ruedi Glauser, Inhaber Bio-Baumschule Glauser



Die Bio-Baumschule Glauser in Noflen BE feiert am 8. Oktober mit einem grossen Hoffest ihr 25jähriges Bestehen.

Mehr Infos zum Fest und die Einladung finden Sie hier: 

http://www.biobaumschule.ch/upload/Jubilaeumsprogramm.pdf


Ihre Baumschule ist die erste und älteste biologische Obst-Baumschule der Schweiz. Worin unterscheidet sich eine Bio-Baumschule von einer konventionellen?

Für uns gilt, was für alle Knospe-Produzenten gilt: Der gesamte Betrieb ist Bio, und wir arbeiten nach den Richtlinien von Bio Suisse. Das heisst, wir verzichten auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln sowie Kunstdünger. In unseren Baumkulturen setzen wir nur Kompost, Gründünger und organischen Dünger ein, und wir belasten den Boden möglichst wenig. Unser Ziel ist es, dass unsere Nachfahren auch nach zehn Generationen noch einen Boden antreffen, auf dem sie das Gleiche machen können, wie wir heute. Damit dies gelingt, arbeiten wir mit und nicht gegen die Natur.

Sie bieten das gesamte Obstbaumsortiment an. Was ist der primäre Zweck dieses riesigen Angebots?

Der Hauptgrund ist für uns die Natur und die damit verbundene Artenvielfalt. Diese ist das Hauptmerkmal eines Knospe-Hofs. Mit unseren annähernd 1'000 Obst- und Beerensorten wollen wir diese Vielfalt unterstützen. Wir heben uns mit unserem Sortiment ab und bieten etwas Spezielles an, damit rechnet sich unser Betrieb auch wirtschaftlich. Zudem ist es viel schöner, inmitten vieler Arten und Sorten zu arbeiten. Und es gefällt auch unseren Kunden, die uns hier besuchen.

Wer sind Ihre Kunden?

Wir sprechen alle interessierten Baumliebhaber an, also Landschaftsgärtner, Baumwärter, Landwirte und natürlich viele Privatkunden. Wer auf der Suche ist nach einer alten oder einer besonders resistenten Sorte, wird bei uns fündig. Wir zählen auch viele Produzenten zu unseren Kunden. Diese bedienen wir primär aus unserem Beeren- und kaum mehr aus unserem Obstsortiment.

Ich habe einen Garten von 150 Quadratmetern Grösse und würde gerne Obstbäume anpflanzen. Was würden Sie mir empfehlen?

Wir würden als Erstes schauen, wie viele Meter über Meer Ihr Garten liegt, ist die Lage sonnig oder halbschattig, ist der Boden feucht oder eher trocken. Je nach Platzverhältnissen und Standort klären wir ab, ob es ein Hoch-, Halbhoch- oder Niederstamm sein soll. Oder doch eher Sträucher? Oder vielleicht eine Kombination, um eine hohe Biodiversität zu erreichen? Dann würden wir uns Ihren Vorlieben widmen bezüglich der Obstart und der Sorte. Ich bin mir sicher, wir würden das Passende für Sie finden.


Sie haben über die Jahre auch einen Schaugarten angelegt. Wozu dient dieser?

Ein Schaugarten hilft uns, die Eigenschaften einzelner Sorten besser kennen zu lernen. Wichtig ist uns auch, dass wir wissen, wie die Früchte schmecken. Nur wenn wir über unser Sortiment Bescheid wissen, können wir unsere Kunden auch bestmöglich beraten.


Sie arbeiten regelmässig mit dem Institut für biologischen Landbau (FiBL) zusammen. Wieso und wie profitieren Sie davon?

Mit dem FiBL arbeiten wir seit Bestehen unserer Baumschule zusammen. Zu Beginn wussten wir noch nicht sehr viel über den Obstbau, da hat uns das FiBL beim Pflanzenschutz, der Schädlingsbekämpfung oder der Düngung stark unterstützt. Es ging und geht auch immer wieder um die Frage: Wie lassen sich noch schönere Bäume ziehen? Das FiBL erwähnt uns auch in den Merkblättern, die von unseren Kunden gelesen werden.


Wo sehen Sie den biologischen Obstbau in der Schweiz im Jahr 2035?

Der langfristige Weg muss ein kompromissloses Bekenntnis zur Knospe sein. Nur so hat der Konsument einen wirklichen Mehrwert. Bewegen wir uns Richtung „Bio light“, werden sich die Richtlinien aufweichen und Bio und konventionell nähern sich an. Damit würden wir uns von der ursprünglichen Idee von Bio entfernen, und das fände ich nicht gut.

Sie haben einen Wunsch frei an die Hobbygärtner der Schweiz?

Im eigenen Garten sollte möglichst wenig Pflanzenschutz eingesetzt werden. Um das zu erreichen, helfen Mischkulturen, die optimal aufeinander abgestimmt sind. Wie in den professionellen Biokulturen heisst auch hier das Zauberwort – „Vielfalt“.



Mehr Infos finden Sie auf der Webseite von Ruedi Glauser: www.biobaumschule.ch

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