John Baker: «Ich baue auf das Vertrauen meiner Kundschaft in mein Handwerk.»


Das Symposium Bio 3.0 machte sich Anfang Dezember Gedanken darüber, wie die nächste Generation produziert, verarbeitet und isst. Mit dabei war auch Jens Jung, Gründer und Inhaber von John Baker in Zürich.


Jens Jüng am Symposium Bio 3.0

Jens Jung, Sie mischen seit 2013 in der Stadt Zürich die Brotszene auf. Bio ist dabei ihr Credo. Wie reagieren die Konsumentinnen und Konsumenten auf Ihr Angebot?


Ich baue auf das Vertrauen meiner Kundschaft in mein Handwerk. Wer bioaffin ist, weiss, dass wir eine Biobäckerei sind – und kommt auch speziell deswegen zu uns. Wer es erst im Laden erfährt, reagiert immer positiv. Bio ist ein klarer Mehrwert, den die Kundschaft sehr zu schätzen weiss.



Nun kann es vorkommen, dass ich ein Brot, das ich am Dienstag um 17 Uhr bei Ihnen gekauft habe, am nächsten Tag zur gleichen Zeit nicht mehr bekomme. Weshalb ist das so?


In unserer Bäckerei wissen Sie nie, ob heute 1'200 oder 1'300 Leute vorbeischauen. Das heisst, wir planen so, dass wir bei Ladenschluss all unsere Brote verkauft haben. Bei uns ist also nicht jederzeit jede Sorte verfügbar. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass Ihr gewünschtes Brot am späten Nachmittag bereits ausverkauft ist. Mir ist wichtig, dass wir einen optimalen Umsatz haben. Ein maximaler Umsatz ist am Leben vorbeigedacht. Zudem müssen wir bei Ladenschluss nicht unnötig Brot wegschmeissen.



John Baker verkauft Emotionen und interagiert stark mit der Kundschaft: Wie sind hier Ihre Erfahrungen?


Ich habe eine Botschaft und die möchte ich weitergeben. Am besten schaffen wir das bei uns in der Bäckerei: Wir sind schnell, direkt und bringen die Kundschaft dazu, sich Gedanken zu machen. Brauch ich wirklich ein Getränk in einer Pet-Flasche? Muss ich mir das Gipfeli einpacken lassen, wenn ich es doch gleich esse? Dabei erleben wir bei den Leuten die erstaunlichsten Aha-Effekte.




Mehr zu John Baker: www.johnbaker.ch

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