Innovation: Der Weg zu Betty-Bossi-Produkten


Convenience-Produkte boomen, weil die Gesellschaft immer schnelllebiger wird und viele Menschen wenig Zeit für das Kochen aufbringen können oder wollen. Das Betty-Bossi-Team entwickelt zusammen mit Coop und den Verarbeitern ständig neue Ideen für innovative Produkte mit hochwertigen Zutaten. Axel Dippold, Category Manager Frischconvenience bei Coop erklärt, worauf es bei der Entwicklung von Bio-Produkten für Betty Bossi ankommt.


Wie sieht das mit der Knospe ausgezeichnete Sortiment von Betty Bossi aus?

Coop bietet in allen wichtigen Segmenten Betty-Bossi-Produkte unter der Marke Naturaplan mit der Knospe von Bio Suisse an, von Beutel-Salaten über frische Säfte bis hin zu den zahlreichen Sandwiches. Im Trend liegen insbesondere auch die vegetarischen und veganen Produkte, deshalb werden wir das Bio-Angebot in diesem Bereich, zum Beispiel unter der Marke Karma, noch weiter ausbauen.

Convenience-Produkte verursachen nicht zuletzt viele Abfälle, was nicht unproblematisch ist. Wie passt das zusammen, Convenience und Bio?

Verpackungen haben einen viel kleineren Anteil in der Ökobilanz eines Produktes, als gemeinhin angenommen wird. Ihr Anteil macht lediglich rund fünf Prozent aus. Viel entscheidender ist, wie ein Produkt hergestellt wurde, also ob beispielweise Kunstdünger oder Pestizide zum Einsatz kamen. Und bei diesem Aspekt schneiden Bio-Produkte deutlich besser ab als konventionelle Produkte.

Welche Gründe führten zur Entscheidung, bei Betty Bossi Knospe-Produkte zu verarbeiten? Und seit wann ist das der Fall?

Seit beinahe zwanzig Jahren gibt es bei Naturaplan auch Betty-Bossi-Produkte mit der Knospe von Bio Suisse, und das war ein wichtiger und vorausschauender Entscheid. Denn es ist uns wichtig, dass wir auch den Kunden, die sich ein Convenience-Produkt gönnen möchten, dieses in Bio-Qualität anbieten können.

Wie erfassen bzw. erkennen Sie die Bedürfnisse der Konsumentinnen und Konsumenten?

Wir setzen auf zahlreiche unterschiedliche Instrumente, sodass wir möglichst früh neue Kundenbedürfnisse aufspüren: Wir betreiben etwa Marktforschung, inspirieren uns bei Anbietern im Ausland und lassen auch Kundenrückmeldungen in unsere Entscheide einfliessen.

Und wie läuft daraufhin die Knospe-Produktentwicklung ab?

Von einer Idee bis hin zum fertigen Produkt im Regal braucht es zahlreiche Schritte. Exemplarisch lässt sich dies anhand der Karma Bio-Pumpkin-Falafel zeigen: Bei Scoutings im Ausland haben wir schon vor längerer Zeit festgestellt, dass Kichererbsen als Fleischersatz im Trend liegen und haben uns nun gefragt, ob wir diese nicht mit einem typisch saisonalen Gemüse kombinieren können.

So kamen wir auf die Idee, Falafel mit Kürbis zu kreieren. Gemeinsam mit Betty Bossi haben wir definiert, wie diese Falafeln aussehen und schmecken sollen. Unser Lieferant hat abgeklärt, ob er alle Zutaten in Knospe-Qualität beschaffen kann und hat auf dieser Basis Probeexemplare entwickelt, die wir mit dem Betty-Bossi-Kulinarik-Team degustiert und kritisch beurteilt haben. Der Lieferant hat unsere Verbesserungswünsche aufgenommen, und wir haben die Falafeln in zwei weiteren Runden nochmals degustiert, bis sie unseren Vorstellungen entsprachen. Beim dritten Mal waren wir uns einig: Nun schmecken die Falafeln richtig gut und seit Anfang September verkaufen wir sie in unseren Supermärkten.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Entwicklung von Knospe-Produkten gemacht? 

Grundsätzlich gilt: Je weniger unterschiedliche Bestandteile ein Produkt enthält, desto einfacher ist es, alle Rohstoffe in Knospe-Qualität zu erhalten. Deshalb liessen sich die meisten Salatmischungen recht unproblematisch entwickeln. Aufgrund der sehr hohen Standards von Bio Suisse gibt es Vorgaben, die zwar sinnvoll sind, aber gewisse Einschränkungen abverlangen.

Wo liegen die Herausforderungen für die Entwicklung eines Knospe-Produkts?

Da alle Bestandteile Knospe-zertifiziert werden müssen, bedeutet dies einen nicht unerheblichen Aufwand für die Beschaffung. Gerade im Ausland sind wir meistens die einzigen, die auf den Knospe-Standard setzen. Zudem ist es anspruchsvoller, die Verfügbarkeit stets sicherzustellen. Wenn ein Knospe-Lieferant ausfällt, können wir nicht einfach auf einen anderen Bio-Produzenten ausweichen, sondern wir müssen jemanden finden, der nach den strengen Bio Suisse Richtlinien produziert.

Welche Rolle oder welchen Einfluss haben Sie im Hinblick auf die Verpackung der Produkte? 

Die geeignetste Verpackung legen wir zusammen mit Betty Bossi fest. Unser oberstes Ziel ist immer, dass so wenig Verpackungsmaterial wie nötig gebraucht wird, damit das Produkt optimal geschützt ist und möglichst lange frisch bleibt. Und wir prüfen laufend, inwiefern wir bestehende Verpackungen optimieren oder reduzieren können: So haben wir den Materialanteil der grossen Take-away-Salate um knapp 34 Prozent reduziert. Zudem verwenden wir heute für die Herstellung mehr Recycling-PET, womit sich die Ressourcen zusätzlich effizienter nutzen lassen. Für diese Umstellung haben wir sogar den «Gold Award For Packaging Innovation» gewonnen. Bei den Produktinformationen auf den Verpackungen stehen die Transparenz und eine möglichst gute Lesbarkeit im Zentrum.

In welchen Bereichen möchten Sie in Zukunft Knospe-Produkte entwickeln?

Den Fokus legen wir momentan vor allem auf vegetarische und vegane Produkte, da diese immer stärker nachgefragt werden. Insbesondere bei den Säften und beim genussfertigen Gemüse ist der Bio-Anteil besonders hoch. Wir verfolgen das Ziel, unseren Naturplan-Umsatz bis 2025 auf zwei Milliarden Franken zu verdoppeln. Convenience-Produkte werden sicher einen wichtigen Beitrag dazu leisten, da die Bedeutung von genussfertigem Essen ständig zunimmt.

Was wünschen Sie sich von Bio Suisse?

Coop und Bio Suisse verbindet eine langjährige und gute Partnerschaft. Wir wünschen uns, dass wir auch die nächsten 24 Jahre so gut zusammenarbeiten wie während der letzten 24 Jahre.

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