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Daniel Flühmann, Knospe-Landwirt: «Ich schätze den Austausch mit jenen, die unser Gemüse essen»


Daniel Flühmann baut auf dem Bio-Betrieb Gumme in Thörishaus BE auf einer Viertelhektare eine Gemüsevielfalt für ein lokales Gemüseabo an. Der Betrieb befindet sich gerade im zweiten Jahr der Umstellung auf die Knospe. Im Gespräch erzählt er, was ihm die Bio-Bewirtschaftung und der enge Kontakt zu den Abonnentinnen und Abonnenten bedeutet.

Herr Flühmann, wieso haben Sie sich entschieden, nach den Richtlinien von Bio Suisse zu produzieren?


Wir bewirtschaften unsere Gemüsekulturen nach den Richtlinien von Bio Suisse. Mit der Umstellung auf die Knospe wollten wir ein Zeichen nach aussen senden, dass wir ökologisch und nachhaltig produzieren. Unsere Bewirtschaftungsweise geht sogar über die Standards der Richtlinien hinaus: Wir verwenden keinen Torf und bearbeiten den Boden so wenig wie möglich.

Erzählen Sie etwas über Ihr Gemüseangebot. Findet man bei Ihnen alte Sorten, moderne Bio-Züchtungen oder von allem etwas?

Im Jahresverlauf kommen wir auf etwa vierzig verschiedene Kulturen, darunter alte und neue Sorten. Mit wenigen Ausnahmen sind es samenfeste Sorten. Samenfest bedeutet, dass aus dem Saatgut Pflanzen mit praktisch denselben Eigenschaften wie deren Elternpflanzen wachsen, was für die sortenechte Vermehrung wichtig ist.

Welche Herausforderungen ergeben sich beim Anbau von Bio-Gemüse?

Eine Herausforderung ist, den Unkrautdruck so gering wie möglich zu halten. Dafür kultivieren wir einmal pro Woche mit der Hacke und wenn nötig von Hand. Im Gewächshaus setzen wir Nützlinge ein, welche die schädlichen Insekten verspeisen. Im Freiland locken wir Nützlinge mit Blühstreifen an und verzichten konsequent auf Hilfsmittel. Dann ist eine Kultur vielleicht einmal nicht ganz so hübsch, aber normalerweise essbar. Das Optische ist vor allem auf dem Wochenmarkt oder in den kleinen Geschäften wichtig. Die meisten unserer Gemüse-Abonnentinnen und -Abonnenten reagieren hingegen verständnisvoll. Die Basis dafür ist der gute Kontakt zur Kundschaft.

Der Hof Gumme funktioniert nach dem Konzept der regionalen vertraglichen Landwirtschaft. Was bedeutet das konkret?

Vertragliche Landwirtschaft bedeutet bei uns, dass unsere Abonnentinnen und Abonnenten Gemüse bestellen und dafür zahlen, bevor es angebaut und geerntet wird. Von Mitte Mai bis Ende November beliefern wir wöchentlich rund fünfzig Haushalte. Wir bieten zudem die Option eines Wintergemüse-, Apfel- und Kartoffel-abos ab November an. Letzteres realisieren wir mit einem Partnerbetrieb. Die Abonnentinnen und Abonnenten können optional an sechs Vormittagen der Saison auf unserem Betrieb mithelfen. Im Gegenzug wird ihr Abo etwas preiswerter.


Helfen die Abonnentinnen und Abonnenten auch wirklich auf dem Betrieb mit?

Ich schätze es sehr, die Leute zu kennen, die unser Gemüse essen. Rund drei Fünftel aller Abonnentinnen und Abonnenten helfen mit. Der Austausch mit ihnen ist wichtig für uns. Wir können dadurch die Sensibilität für die Bio-Produktion erhöhen und zu einem Verständnis beitragen, welcher Aufwand dahintersteckt. Wir erhalten von den Leuten sehr viel spannende Rückmeldungen und gute Ideen, was wir verbessern können. Sie äussern auch Wünsche, was wir noch anbauen könnten und gestalten so unser Sortiment mit.

Welche Produkte des Abos sind am beliebtesten?

Bei allen beliebt sind sicherlich Karotten, Tomaten, Auberginen und die Wassermelonen. Die Bio-Wassermelonen gedeihen an unserem milden Südhang mit Hilfe eines Folientunnels und die Sorte ist für hier gezüchtet. Sie sind richtig saftig und süss.


Bio liegt nah – was bedeutet das aus Ihrer Perspektive?

Bio liegt nah, das passt zu uns, weil wir unsere Produkte ausschliesslich lokal vermarkten. Diese Verbindung zwischen Produktion und Kundschaft, die wir pflegen, fördert den gegenseitigen Austausch und das Verständnis für die einzelnen Bedürfnisse. Zugleich ist es für uns naheliegend, biologisch zu produzieren. Es kommt für uns gar nichts anderes für in Frage.


Daniel Flühmann, Knospe-Landwirt: «Ich schätze den Austausch mit jenen, die unser Gemüse essen»

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