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Artenvielfalt konkret: «Blühende Schulen» in der ganzen Schweiz



Rund zwanzig Grad und ein strahlend blauer Himmel, der den Thunersee in Spiez umgibt. Die Dritt- und Viertklässler der Spiezer Primarschule Hofachern sind mit Fangnetzen ausgerüstet, auf der Suche nach Insekten und weiteren kleinen Lebewesen, unter anderem Bienen, Heuschrecken und Spinnen. Ziel dieser Entdeckungsaufgabe ist es, mithilfe von Bestimmungshilfen Arten kennenzulernen und auch etwas über die Lebensweise der verschiedenen Tiere zu erfahren. Koordiniert und geleitet wird das Projekt von Andreas Jaun, Geschäftsführer von InfoNatura in Spiez.


Am Projekt «Blühende Schulen», das durch Bio Suisse und Coop ins Leben gerufen wurde, nehmen verschiedenen Schulen der Gemeinde Spiez teil. Eingerichtet werden Nistkästen für Wildbienen und Vögel, Schulgärten oder Biotope. Jede Schülerin und jeder Schüler hat die Möglichkeit, sich bei der Saat, Pflege und anschliessenden Ernte diverser Pflanzen wie Lavendel, Salbei oder Sonnenblumen einzubringen.

Die Schulen können sich mit den von Bio Suisse und Coop zur Verfügung gestellten Pflanzensets eigene kleine Gärten und Pflanzkästen anlegen. Als Pflanzkästen dienen beispielsweise grosse Holzkisten, die mit Erde gefüllt und dann mit Samen und Setzlingen bepflanzt werden. Den Kindern wird so das Thema Biodiversität vermittelt und die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf Mensch, Tier und Umwelt konkret aufgezeigt. Schulklassen aus der ganzen Schweiz können sich für das Projekt «Blühende Schulen» anmelden. Bereits über 2700 Klassen haben mit grossem Engagement bei diesem Projekt mitgemacht. Rund 75 Prozent davon stammen aus der Deutschschweiz, zwanzig Prozent aus der Westschweiz und fünf Prozent aus dem Tessin.


Grosse Freude und Interesse

Andreas Jaun begleitet in Spiez das Projekt «Blühende Schulen» und sagt: «Generell haben die Kinder grosse Freude und Interesse am Projekt. Teilweise sind die städtisch geprägten Kinder ein wenig zurückhaltender als jene, die auf dem Land aufgewachsen sind. Doch es ist immer wieder schön zu sehen, wie neugierig und interessiert sie an den Pflanzen, Tieren und allgemein an der Natur sind.»

Was denken denn die Kinder selbst über die abwechslungsreiche Arbeit mit Blumen, Kräutern, Gemüse und vielem mehr? Lara* sagt: «Die Arbeit mit den Pflanzen macht mir richtig Spass. Wir haben zu Hause selber einen Garten, bei dem ich immer gerne mithelfe. Zu meinen Lieblingsblumen gehören die Dahlien, weil sie so schön bunt sind.» Doch auch ohne eigenen Garten kann tatkräftig gegärtnert werden, wie Tamara* bestätigt:  «Zu Hause haben wir viele Töpfe mit Gemüse und Obst, welche wir auf unserem Balkon anpflanzen. Was mir aber noch besser gefällt, sind Blumen wie Vergissmeinnicht und Sonnenblumen.»


Und Tim* meint zu den naturnahen Arbeiten auf dem Schulgelände: «Es war ein tolles Erlebnis von den Kräutern wie Zitronenmelisse zu essen, den Rasen für die Samen vorzubereiten und Engerlinge aus dem Boden zu ziehen. Ich finde es sehr gut, viele verschiedene Pflanzen kennenzulernen und die kleinen Tiere rundherum zu beobachten.» Auch Florian* ist vom Schulgarten begeistert: „Es war sehr interessant die Kräuter und Blumen zu pflegen und zu beobachten, wie aus einem kleinen Samen eine wunderschöne Pflanze wird.» Sophia* sieht das gleich: «Ich bin sehr gerne in der Natur und finde es schön, dass ich auch während der Schule draussen Zeit mit Pflanzen und Tieren verbringen darf. Ich fand es toll, Kräuter zu essen und Rüebli zu säen. Leider wurden aber die Rüebli von irgendjemandem rausgerissen! Jetzt haben wir dafür wunderschöne Sonnenblumen gepflanzt, die ich sehr mag.»

Eines ist ganz klar aus den Aussagen der neunjährigen Schülerinnen und Schüler herauszuhören. Das Projekt «Blühende Schulen» bereitet ihnen unglaublichen Spass. Die Kinder sind nicht nur draussen in der Natur, sondern lernen auch gleichzeitig, wie beispielsweise Säen, Pflanzen, Giessen und Ernten funktioniert.

Eindrückliche Erfahrungen

Die Lehrerin der Primarschule Hofachern, Martina Oechslin, findet das Projekt «Blühende Schulen» eine tolle Möglichkeit, den Kindern in der Schulumgebung, die Artenvielfalt in der Natur näherzubringen. Zudem können die Schülerinnen und Schüler eindrückliche Erfahrungen machen und zum Beispiel aus den selber angepflanzten Zitronenmelissen, einen leckeren und erfrischenden Kräutertee herstellen.




Weitere Informationen zum Projekt «Blühende Schulen» sind unter www.bluehende-schulen.ch zu finden, Anmeldungen fürs 2019 sind ab 14. Januar via Website möglich.

Unterrichtsimpulse zum Projekt «Blühende Schulen» sind hier erhältlich.




*Namen durch die Redaktion geändert.

Artenvielfalt konkret: «Blühende Schulen» in der ganzen Schweiz

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