Erstklassige Produkte von Schnauze bis Schwanz

12. Januar 2017


Daniel Ritler ist Knospe-Schafbauer und Hofvermarkter im Kanton Wallis. Er wünscht sich, dass sich die Konsumenten für den Trend «Nose to Tail» begeistern lassen. Nur so könne eine Wertschöpfung für das ganze Tier erreicht werden.


Sie halten im Oberwallis auf rund 15 Hektar Vollweide 150 Schafe. Wieso eignen sich gerade diese Tiere besonders gut für einen Betrieb in der Bergzone?

Mit Lämmern oder Schafen kann man sehr gut steile Hänge beweiden, die sonst nicht mehr bewirtschaftet würden. Das Abgrasen hat im Sommer den Vorteil, dass im Berggebiet die Weiden nicht verbuschen. Dadurch wird die Gefahr von Bränden geringer. Im Winter sind abgegraste Weiden viel sicherer vor Lawinen. Fällt der Schnee nämlich auf eine nicht abgegraste Weide, besteht die Gefahr, dass dieser auf dem hohen Gras weggleitet und sich Lawinen oder Schneebretter lösen können.


Was ist Ihnen wichtig bei der Aufzucht Ihrer Tiere und worauf achten Sie?

Unser Betrieb liegt auf 1‘500 Metern. Das bedeutet, dass wir von Ende Oktober bis Anfang Mai Winterfütterung haben. Damit meine Tiere kräftig und gesund bleiben, mische ich dem Futter während dieser Zeit Mais und Grassilage bei, das ich von einem Biobetrieb im Rhonetal beziehe. Zudem haben die Tiere auch im Winter regelmässig Auslauf. Wenn sie im Frühling wieder auf die Weide können, bekommen sie nur noch Mineralsalz als Zusatz.


Derzeit geht der Trend dahin, möglichst dass ganze Tier zu verarbeiten – vom Kopf bis zum Schwanz. Wie stehen Sie dazu?

Das ist ganz in unserem Sinn. Denn je mehr wir von unseren Tieren verarbeiten können, desto höher ist die Wertschöpfung. Seit letztem Mai haben wir im Oberwallis mit Valais Prime Food den idealen Partner dafür. Nun kann ich meine Tiere ins Schlachthaus begleiten, das ist mir sehr wichtig. Und ich weiss, dass diese von der Schnauze bis zum Schwanz in erstklassige Produkte verarbeitet werden. Über die Gastronomie sowie Events wie etwa am 30. März möchten wir die Konsumenten dafür sensibilisieren, sich auch den – oft zu Unrecht – verschmähten Stücken zu widmen.


Wo kann man Ihre Produkte beziehen?

Wir verkaufen unsere Produkte im eigenen Genuss-Hofladen sowie Online. Die Bestellung über Internet wird direkt aus der Metzgerei von Valais Prime Food verschickt – heute bestellt, morgen per Post angeliefert. Seit kurzem bewirtet meine Partnerin auch Gäste in einem dafür ausgebauten Raum unseres Hauses. Sowohl im Laden wie bei der Bewirtung kommen wir mit den Leuten in Kontakt und können ihnen unsere Philosophie eines bewussten Fleischkonsums weitergeben.


Sie haben einen Wunsch frei an die Konsumenten.

Wir wünschen uns, dass sich unsere Konsumenten begeistern lassen für den Trend «Nose to Tail». Und dass sie offen sind, fast Vergessenes neu aufleben zu lassen und auch wieder vermehrt Gerichte aus Grossmutters Küche geniessen. Das bedeutet eine Wertschöpfung für das ganze Tier.


Sehen Sie unsere Video-Reportage über Daniel Ritler: https://www.youtube.com/watch?time_continue=8&v=KTj1-nGW5as

Hier geht es zur Web-Seite von Daniel Ritler: www.danis-lamm.ch
Teilen