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Bioweinpreis 2019: Cave Caloz im siebten Himmel


Seit 2014 organisiert das Weinmagazin VINUM unter dem Patronat von Bio Suisse den «Schweizer Bio-Weinpreis». Den Titel «Schweizer Biowinzer des Jahres 2019» hat Sandrine Caloz gewonnen. Sie führt mit ihren Eltern Conrad und Anne-Carole das Cave Caloz in Miège im Kanton Wallis.


Schon vor Jahren sagte Sandrine Caloz: «Zwei Dinge sind sicher: Wenn ich mal Kinder habe, dann nehme ich sie mit in den Weinberg und dort sollen sie nicht mit Pestiziden in Berührung kommen.» Die junge Önologin hielt Wort. Bereits 2017 vinifizierte die mittlerweile zweifache Mutter ihren ersten Knospe-zertifizierten Wein. Mit höchsten Ansprüchen an die Qualität. Denn in der Szene ist die Cave Caloz, ein rund sechs Hektar kleines Weingut in Miège, im Herzen des Wallis, für seine Spitzengewächse schon lange bekannt. Da verwundert es nicht, dass sich Sandrine Caloz und ihre Familie nun beim Schweizer Bioweinpreis 2019 mehrfach auf dem Siegertreppchen wiederfinden.

So erreichte Calozʹ «Petite Arvine Les Clives 2018» mit 92,4 Punkten die Höchstnote in der Kategorie Weisswein – und die zweitbeste Note aller Kategorien zusammen. Bei den Rotweinen erhielt der «Cornalin 2018» 89,9 Punkte und somit die Goldmedaille. Zudem ergatterte er in der Kategorie Traditionelle Rotweine den zweiten Platz. Die Cave Caloz gewann sogar ein drittes Mal Gold: für ihren «Malvoisie Flétrie 2017», ein spätgelesener Pinot Gris mit einer Restsüsse von 99 Gramm pro Liter und einem Alkoholgehalt von zwölf Volumenprozent. Dank dieser Weine und dem ausserordentlichen Können im Keltern traditioneller Walliser Rebsorten erhielt die Familie Caloz den Titel «Schweizer Biowinzer 2019».

Das Walliser Klima erschwert den Bioweinbau

Auch wenn Sandrine Caloz zweifelsohne zu den besten Önologinnen ihrer Generation gehört, so hat sich die Cave Caloz doch über drei Generationen etabliert. Bereits in den 1960er-Jahren versuchte sich ihr Grossvater Fernand Caloz in der Weinherstellung. Den ersten Jahrgang brachte er 1970 auf den Markt. Die Kellerei machte sich damals mit ihrem Muscat einen Namen; er verkaufte sich besser als der Fendant. Zwölf Jahre später traten Fernands Sohn Conrad und dessen Frau Anne-Carole in den Familienbetrieb ein. 1987 übernahm das Ehepaar die Leitung. Werbung betrieben sie kaum, bei Kennern hatten sie sich aber schon längst einen Namen gemacht.

Der New Yorker Weingrosshändler Neal Rosenthal etwa war derart von der Qualität der Walliser Weine überzeugt, dass er sie 2010 in den USA vertrieb. Drei Jahre später, 2013, schloss Sandrine ihre Ausbildung an der «École du vin» in Changins VD ab und übernahm die Geschicke des Familienbetriebs. «Mein Vater hat mir viel Freiraum gelassen. Im Weinkeller durfte ich von Anfang an das machen, was ich wollte», sagt sie. Drastische Veränderungen habe es dabei nicht gegeben, eher kleinere Anpassungen. Etwa in Bezug auf die Temperatur und die Dauer der Gärung oder das Umrühren der Hefe.

Was den Erfolg der Familie Caloz so besonders macht: Obwohl das Wallis die grösste Weinregion der Schweiz ist, haben seine Winzer noch nie beim Schweizer Bioweinpreis geglänzt. Denn der Weinbau in einem klimatisch trockenen, von Terrassen geprägten Gebiet bringt besondere Herausforderungen mit sich. So liefern sich Unkraut und Rebe einen erbitterten Konkurrenzkampf. Dank aktiven Wegbereitern wie Conrad Caloz haben aber immer mehr Walliser den Schritt zur Bioweinherstellung gemacht.

Sandrine Caloz wird dieses Jahr erst 30 Jahre alt. Freunde des Rebensafts können sicher noch einiges erwarten von diesem aufsteigenden Stern am Weinbauhimmel des Zentralwallis.

Webpage: https://cavecaloz.ch/


Sechster Schweizer Bioweinpreis


Seit 2014 organisiert das Weinmagazin «Vinum» unter dem Patronat von Bio Suisse den Schweizer Bioweinpreis, mit Verleihung des Titels «Biowinzer des Jahres». 2019 haben 62 Winzerinnen und Winzer 280 Weine eingereicht.

Mehr dazu: 



Text: Alexandre Truffer

Foto: Die junge Walliser Önologin Sandrine Caloz (vorne) und ihre Eltern sind «Schweizer Biowinzer 2019».  Bild: Siffert / weinweltfoto.ch


Schweizer Bioweinpreis 2019: Die Kategorien und Sieger im Überblick


Biowinzer des Jahres

Cave Caloz
Sandrine, Anne-Carole & Conrad, Miège VS

Naturwein des Jahres

Muscat sans Sulfites 2017, La Côte | Domaine La Capitaine, Begnins VD

Kategorie traditionelle Rebsorten weiss

1. Platz: Valais AOC Petite Arvine Les Clives 2018 | Cave Caloz, Miège VS
2. Platz: Genève AOC Les Défis Muscat sec 2018 | Domaine de Miolan, Bertrand Favre, Choulex GE
3. Platz: Schaffhausen AOC Pinot Gris 2017 | Weingut Stoll, Osterfingen SH

Kategorie traditionelle Rebsorten rot

1. Platz: Neuchâtel AOC Gamaret Grand Vin de Neuchâtel 2018 | Christian Rossel, Hauterieve NE
2. Platz: Valais AOC Cornalin 2018 | Cave Caloz, Miège VS
3. Platz: Schweizer Landwein Merlot 2017 | Bioweingut Karin und Roland Lenz, Uesslingen TG

Kategorie Chasselas

1. Platz: Lavaux AOC Réserve du Conseil d’Etat 2017 | Domaine des Faverges, Fribourg FR
2. Platz: La Côte AOC Chasselas Bio 2018 | Cave de la Côte, Tolochanez VD
3. Platz: Vully AOC Or du temps Blanc de Chasselas 2018 | Javet & Javet, Vully FR

Kategorie Pinot Noir

1. Platz: Vully AOC AimeTerre Pinot Noir 2018 | Javet & Javet, Vully FR
2. Platz: Neuchâtel AOC Pinot Noir 2017 | Domaine de Montmollin, Auvernier NE
3. Platz: Schweizer Landwein Lenz Pinot Noir Barrique 2017 | Bioweingut Karin und Roland Lenz, Uesslingen TG

Kategorie PIWI -Sorten weiss

1. Platz: La Côte AOC Begnins Grand Cru Johanniter 2018 | Domaine La Capitaine, Begnins VD
2. Platz: Vin de Pays Shot no 03 2018 | Vinifera Vanture SA, Sion VS
3. Platz: Luzern AOC Sitenrain Solaris 2018 | Bioweingut Sitenrain, Meggen LU

Kategorie PIWI-Sorten rot

1. Platz: Schweizer Landwein Lenz Cabernet Barrique 2018 | Bioweingut Karin und Roland Lenz, Uesslingen TG
2. Platz: Schweizer Landwein Lenz Cal 1-28 2018 | Bioweingut Karin und Roland Lenz, Uesslingen TG
3. Platz: Schweizer Landwein Lenz Léon Millot 2018 | Bioweingut Karin und Roland Lenz, Uesslingen TG

Kategorie Cuvée weiss

1. Platz: La Côte AOC Begnins Grand Cru Cuvée Noble Blanche 2018 | Domaine La Capitaine, Begnins VD
2. Platz: Aargau AOC Fricktaler Les Blancs 2018 | Weingut FiBL, Frick AG
3. Platz: Schweinzer Landwein Lenz Gemischter Satz Weiss 2017 | Bioweingut Karin und Roland Lenz, Uesslingen TG

Kategorie Cuvée rot

1. Platz: Valais AOC Nez Noir Bio en Reconversion 2017 | Domaines Rouvinez, Sierre VS
2. Platz: Villette Grand Cru Lavaux AOC Malbec/Merlot 2018 | Diomaine de la Bottiattaz, Hammel – Terre de Vins, Rolle VD
3. Platz: Zürichsee AOC Merlot-Cabernet 2017 | Weingut im Turmgut, Meilen ZH

Kategorie Süss- und Schaumweine

1. Platz: Vin de Pays des Trois Lacs Dolc’inelle 2018 | Domaine des Coccinelles | St-Aubin FR
2. Platz: Valais AOC Malvoisie Flétrie 2017 | Cave Caloz, Miège VD
3. Platz: Neuchâtel AOC Auvernier Flétri 2016 | Domaine de La Maison Carrée, Auvernier NE

Kategorie Rosé und Blanc de Noirs

1. Platz: Neuchâtel AOC OEil de Perdrix 2018 | Domaine de Montmollin, Auvenier NE
2. Platz: Côtes de l’Orbe AOC Eclépens Grand Cru Rosé – Réserve du Château 2018 | Château d’Eclépens, Eclépens VD
3. Platz: Neuchâtel AOC Auvenier Perdrix Blanche 2017 | Domaine de La Maison Carrée, Auvenier NE



Bioweinpreis 2019: Cave Caloz im siebten Himmel

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